IHK-Studie zur IT-Branche in Nordwestfalen | 07.11.2014

Auf Industrie 4.0 vorbereiten

Münsterland / Emscher-Lippe-Region. – Die nord-westfälische Wirtschaft kann sich bei der fortschreitenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf eine leistungsfähige IT-Branche in der Region stützen. Nach einer aktuellen Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, die am 6. November in Münster vorgestellt wurde, umfasst die offizielle Branche der Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region mehr als 6.400 Unternehmen mit insgesamt über 17.000 Beschäftigten. Nimmt man die IKT-Erwerbstätigen bei Anwendern hinzu, etwa in IT-Abteilungen und Rechenzentren, sind es sogar 30.000.

„Nichts geht mehr ohne Bits und Bytes“, pointierte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing die Schlüsselfunktion der Informations- und Kommunikationstechnologie für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aller Branchen. „Egal, ob Online-Handel oder Industrie 4.0, wer es mit der Konkurrenz auch zukünftig aufnehmen will, muss die technischen Möglichkeiten kennen und nutzen“, betonte er und ergänzte: „Den Unternehmen ist das bewusst.“ Laut IHK-Umfrage ist die Informations- und Kommunikationstechnologie für rund 90 Prozent der Unternehmen „wichtig“ oder “sehr wichtig“ für den Geschäftserfolg.

„Was für das einzelne Unternehmen gilt, gilt in der Summe für die Wettbewerbsfähigkeit der Region“, unterstrich Schulte-Uebbing, warum die IHK die Branche genauer unter die Lupe genommen hat. Dabei war es für ihn „beruhigend, dass wir eine Vielzahl erstklassiger IKT-Unternehmen im IHK-Bezirk haben“. So gaben fast 70 Prozent der befragten Anwenderunternehmen an, ausschließlich oder überwiegend mit Anbietern aus dem Münsterland beziehungsweise der Emscher-Lippe-Region zusammenzuarbeiten. Neben der Kompetenz schätzen die Anwender die räumliche Nähe.

„Die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche weitere Digitalisierung der nord-westfälischen Wirtschaft sind vorhanden“, resümierte Schulte-Uebbing die Studie. Dennoch müsse die Region daran arbeiten, die Qualität als IT-Standort weiter zu verbessern. Beispielsweise, „indem Unternehmensgründungen aus den Hochschulen gerade in dieser Branche systematisch unterstützt und für die Region gesichert werden“, schlug der IHK-Hauptgeschäftsführer vor, zumal der Anteil der IKT-Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung mit 2,1 Prozent niedriger sei als im Landesdurchschnitt (3,3 Prozent).

Dringenden Handlungsbedarf sieht Schulte-Uebbing zudem bei der Versorgung der Region mit leistungsfähigen Internetanschlüssen: „Für die Unternehmen sind Breitbandanbindungen der zweitwichtigste Standortfaktor.“

Eine weitere Hürde bei der erfolgreichen Digitalisierung der Wirtschaft im nördlichen Westfalen stellt nach der IHK-Studie der Fachkräftemangel dar. „Schon jetzt können fast 40 Prozent der IKT-Anbieter ihre offenen Stellen nicht besetzen“, berichtete Klaus Weßendorf, Unternehmer aus Emsdetten und Vorstandsmitglied des IT-Forums Nord Westfalen, aus der IHK-Umfrage zur Studie. Besonders gesucht sind Softwareentwickler und Systemadministratoren. Dabei sind insgesamt Absolventen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung stärker gefragt als Universitätsabsolventen. „Die klassische Lehre ist das bevorzugte Ausbildungsmodell der Branche“, so Weßendorf. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, wollen die Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber weiter steigern und verstärkt selbst ausbilden.

Über weitere Ergebnisse der Studie informierte Dr. Christoph Asmacher, zuständig in der IHK unter anderem für die IKT-Wirtschaft. Er wies auf die besondere Stellung der Stadt Münster als Topstandort der Branche hin. „Der IKT-Beschäftigtenanteil von 5,3 Prozent ist auch im bundesweiten Vergleich sehr hoch“, sagte Asmacher. Auch in absoluten Zahlen stellt sich die Stadt Münster als regionaler Schwerpunkt dar. Hier hat fast die Hälfte der IKT-Beschäftigten ihren Arbeitsplatz (7.850), gefolgt vom Kreis Borken mit 2.820 Beschäftigten. Geht es nach der Zahl der Unternehmen, rangiert hingegen der Kreis Recklinghausen (1.379) vor Münster mit (1.280).

Internet-Tipp:
Die IHK-Studie „Digitale Wirtschaft in Nord-Westfalen“ steht ausschließlich als E-Paper zur Verfügung, und zwar unter:
www.ihk-nordwestfalen.de/p4303

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Veranstaltungsort:

IHK Nordwestfalen

Münster

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